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CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS

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CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
PAYS DE LANGUE ALLEMANDE
Zu Beginn sollen einige T e x t e d i t i o n e n genannt werden, einge­
schlossen sind Monographien mit einem erheblichen Editionsteil :
Schon öfter war in diesen Berichten (zuletzt ALMA 56, S. 271) von der
Kapitularienforschung der Schule von Hubert Mordek (Universität Freiburg im
Breisgau) die Rede. Ihr entstammt die folgende Arbeit : Oliver M ü n s c h . Der
Liber legum des Lupus von Ferneres. (Freiburger Beiträge zur mittelalterlichen
Geschichte 14). Frankfurt am Main : Lang, 2001. XXXIX, 304 Seiten. ISBN 3631-38026-7. Thema ist die von Lupus — wohl in Fulda in der Mitte der 830er
Jahre — für den Markgrafen Eberhard von Friaul zusammengestellte Samm­
lung germanischer Stammesrechte und fränkischer Kapitularien. Enthalten
sind darin die Lex Salica, die Lex Ribuaria, die ‘Concordia de singulis causis’,
die Lex Alamannorum, die Lex Baiuvariorum sowie die Kapitularien Karls des
Großen, Pippins von Italien und diejenigen Lothars I. Einleitend gibt der Autor,
in eingehender Auseinandersetzung mit der Forschung, einen Abriß von Leben
und Werk des Lupus. Auch der Auftraggeber und Empfänger der Sammlung
wird, samt dessen bekanntem Testament, in den Blick gefaßt. Nach Klärung
der Entstehungsumstände und der handschriftlichen Überlieferung wird der
Gesamtinhalt der Sammlung analysiert. Das Hauptinteresse des Verfassers gilt
jedoch ihrem Rahmenwerk, dessen Bestandteile er ediert, kommentiert und je
auf ihren Aussagewert für das Zustandekommen der Sammlung befragt. Dazu
gehören die Herrscherliste, die beiden Widmungsgedichte (Schaller / Könsgen,
Initia 7373 und 7244), welche eingehend philologisch kommentiert werden,
vor allem jedoch die Rubrikenverzeichnisse oder Capitulationes zu den aufge­
nommenen Texten bzw. Textgruppen. Dabei geht es, nächst deren sorgfältiger
Edition, um den Vergleich verschiedener Zählungen der Rubriken, um die
Ermittlung möglicher Vorlagen und um redaktionelle Maßnahmen des Bear­
beiters. Der philologisch geschulte Lupus erweist sich als ein Sammler, der
überlegt vorgeht und sich mit den von ihm kompilierten Materialien eingehend
auseinandersetzt.
Im Anschluß an die Weltchronik Hermanns des Lahmen von der Rei­
chenau (1013-1054 lebend) wurden in Schwaben drei Fortsetzungen hierzu
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PETER STOTZ
verfaßt. Zwei davon dürfen, auch wenn die Verfasserschaft lange umstritten
war, Hermanns Schüler und Biographen, Berthold von der Reichenau, beige­
legt werden. Von ihm stammt einerseits eine kurze Darstellung der Ereignisse
bis 1066 (Berthold I) ; sie ist nur mehr in einem Druck von 1529 erreichbar.
Kurze Zeit danach löste sich der Autor von den vor-gregorianischen Reform­
bestrebungen und begann sich mit dem Reformpapsttum zu identifizieren. Er
überarbeitete seine Darstellung und führte sie, in großer Breite und mit viel
Leidenschaftlichkeit, bis zum Jahr 1080 herab (Berthold II). In der Ausgabe
von G. H. P er t z (MGH SS 5, S. 267-326) ist Berthold II mit den Berichten
aus Berthold I verquickt worden. Der ältere, kürzere Text wurde für sich
ediert von Georg W a it z in MGH SS 13, S. 730-732. Keinem Zweifel unter­
liegt die Verfasserschaft bei der autograph überlieferten Chronik Bemolds, die
von 1054 bis 1100 reicht. Bemold, wohl aus Schwaben stammend und von ca.
1050 bis 1100 lebend, ist zudem Verfasser liturgischer, kanonistischer und
polemischer Schriften (vgl. ALMA 58, S. 236f.). Diese drei zeitgeschichtlich
bedeutenden Texte sind soeben kritisch ediert und übersetzt worden in:
Bertholdi et Bemoldi Chronica / Bertholds und Bemolds Chroniken. Heraus­
gegeben von Ian Stuart R o b i n s o n . Übersetzt von Helga R o b i n s o n - H a m m e r ­
st e in und T St’ R ’ . (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des
Mittelalters, Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 14). Darmstadt : Wissen­
schaftliche Buchgesellschaft, 2002. [VII], 453 Seiten. ISBN 3-534-01428-6.
Inmitten der reichen Auslegungsliteratur zum Hohenlied ragt im 11. Jh. ein
Werk heraus, das durch seine Form der Darbietung eine Besonderheit dar­
stellt : ein dichterisch-prosaisches opus gemin(at)um mit Sprachwechsel, bei
welchem der lateinischen Hexameterfassung Seite für Seite eine Prosafassung
in (spätem) Althochdeutsch (unter Einschluß lateinischer Reservate) gegen­
übersteht. (In einer dritten, mittleren Spalte ist der Bibeltext aufgeführt.) Die
Rede ist von dem Hoheliedkommentar Willirams von Ebersberg (verfaßt um
oder nach 1060), einem Werk, dessen Überlieferung, belegt durch über
40 Handschriften, bis ins 16. Jahrhundert reicht. Dazu gibt es die umfangrei­
che, die Gesamtüberlieferung breit auswertende Edition von Erminnie Hollis
B a r t e l m e z (Philadelphia 1967). Andere Ziele werden demgegenüber mit
nachstehender Arbeit verfolgt : Rudolf S c h ü t z e ic h e l und Birgit M e in e k e
(Hg.). Die älteste Überlieferung von Willirams Kommentar des Hohen Liedes.
Edition, Übersetzung, Glossar. Redaktionelle Gestaltung : Dieter K a n n e n ­
b e r g . (Studien zum Althochdeutschen 39). Göttingen : Vandenhoeck & Rup­
recht, 2001. 357 Seiten, 7 Abb. ISBN 3-525-20354-3. Darin geht es um die
getreue und anschauliche Darstellung nur gerade der ältesten Überlieferung.
Im Mittelpunkt steht die im Kloster Ebersberg selber noch in der 2. Hälfte des
11. Jh’s angelegte Handschrift, jetzt München, Staatsbibi. Cgm 10. Beigezo­
gen werden außerdem die verschollene Hs. Breslau / Wroclaw, Univ.-Bibl. R
347 (nach Photographien), sowie Vat. Pal. lat. 73, beide vom Ende des
11. Jh’s. Jeweils auf der rechten Buchseite wird von der Ebersberger Hs. eine
diplomatische Edition geboten, unter genauer Wiedergabe der dreispaltigen
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Seiteneinrichtung mit Auszeichnungsschriften und originaler Interpunktion.
Die gegenüberstehende Seite enthält den Apparat : zunächst den Grundtext
nach der Vulgataausgabe von Robertus W e b e r , dann die zeilengenaue Kon­
kordanz mit der BARTELMEZSchen Williramausgabe sowie mit der Breslauer
und der vatikanischen Hs. Dann folgen, getrennt nach Kolumnen, die Varian­
ten dieser beiden Handschriften. Beigegeben ist eine neuhochdeutsche Über­
setzung der dritten, deutschsprachigen Spalte, unter Beibehaltung der lateini­
schen Einschlüsse. Weiterhin dient ein ausgebautes Glossar, abgestimmt auf
das Althochdeutsche Wörterbuch, der Erschließung des deutschen Textes.
Aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammt ein bemerkenswerter,
bisher weitgehend unbeachtet gebliebener Zyklus religiöser Gedichte, der
sich durch die Verwendung ausgesuchter Versmaße nach der Tradition antiker
Lyrik auszeichnet. Er stammt von Kardinal Deusdedit. Obwohl Walther
H o l t z m a n n 1937 auf diese polymetrische Odensammlung aufmerksam
gemacht hatte, blieb sie bis zur Stunde unerschlossen (und war daher auch
vom Berichterstatter in seinem Buch ‘Sonderformen der sapphischen Dich­
tung’ von 1982 übergangen worden). Nun hat sie durch einen dazu in höch­
stem Maße Berufenen ihre editio princeps erfahren : Die Carmina des Kardi­
nals Deusdedit ( t 1098/99). Herausgegeben von Peter Christian Ja c o b s e n .
(Editiones Heidelbergenses 31). Heidelberg : Winter, 2002. VII, 190 Seiten,
5 Abb. ISBN 3-8253-1291-7. Die Gedichtsammlung, die sich in zwei Bücher
gliedert, ist einzig in der Handschrift Digby 25 der Bodleian Library in
Oxford, aus dem Ende des 11. oder dem Anfang des 12. Jahrhunderts, über­
liefert, somit — jedenfalls noch beinahe — aus der Lebenszeit des Verfassers.
Die in ausgesuchten Vers- und Strophen- bzw. Epodenformen abgefaßten
Texte machen zusammen 1725 Verse aus; 318 weitere Verse sind verloren.
Die Oden sind geistlich-theologischen Inhaltes, Schwerpunkte sind Trinität
und Heilsgeschichte, sodann die Jungfrau Maria und die Apostel. Die dem
Werk vorangestellte Capitulado ist ungewöhnlich breit gehalten. Nebst ande­
rem stellt sie einen lehrhaft expliziten Conspectus metrorum dar, verbunden
mit einer inhaltlichen Disposition der einzelnen Texte. Im Anschluß an die
Gedichte findet sich in der Handschrift ein kurzer musiktheoretischer Verstraktat, inc. Quattuor e ptongis (Walther, Initia Nr. 15294, im ‘Lexicon musicum Latinum medii aevi’ noch nicht erfaßt) ; er ist hier mit ediert. In seiner
Einleitung zeichnet der Bearbeiter unter anderm die Tradition polymetrischen
Dichtens im Lateinischen seit Horaz nach ; unter den editorischen Beigaben
finden wir, nebst Quellenapparat und detaillierten Registern, ein ausführliches
Kapitel über Metrik und Prosodie dieser Texte.
Allgemein bekannt ist die auf Froumund zurückgehende Tegemseer Brief­
sammlung aus dem Anfang des 11. Jh’s. Hier nun geht es um eine Sammlung,
die etwas später in diesem oberbayerischen Kloster angelegt worden ist : Die
Tegemseer Briefsammlung des 12. Jahrhunderts. Herausgegeben von Helmut
P l e c h l unter Mitwirkung von Werner B e r g m a n n . (Monumenta Germaniae
Histórica: Die Briefe der deutschen Kaiserzeit 8). Hannover : Hahn, 2002.
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XL, 414 Seiten. ISBN 3-7752-1811-4. Die zur Rede stehende Sammlung ist
in der Hs. München, Staatsbibi. Clm 19411 enthalten, einer gewachsenen
Sammelhandschrift, die verschiedenste Materialien enthält, darunter
Lehrschriften zum Trivium, einzelne Dichtungen und historische Schriften.
Darin finden sich in Streulage 306 Briefe und Urkunden, wozu noch elf Lie­
besbriefe kommen, die hier als Anhang ediert werden. Die Briefe lassen sich
zu größeren Gruppen ordnen. Am namhaftesten sind die Schreiben von Abt
Rupert, unter dessen Abbatial (1155-1186) die Sammlung angelegt worden
ist, und diejenigen seines Vorgängers Konrad I., welcher dem Kloster 11261155 Vorstand. Andere Briefgruppen gehören Verwandten Ruperts zu und /
oder betreffen bestimmte historische Ereignisse, z. B. solche, die mit der Ita­
lienpolitik Friedrich Barbarossas Zusammenhängen. Von Friedrich selber wie
auch von Konrad III. sind hier Briefe und Urkunden überliefert, manche
davon sogar einzig hier. Weiter finden sich darin Schreiben dreier Päpste:
Innozenz’ II., Eugens III. und Alexanders III. Dieses Ensemble war als Brief­
mustersammlung gedacht ; ihr Eintrag hängt bestimmt mit dem Vorkommen
dreier Brieftraktate, darunter desjenigen des Adalbertus Samaritanus, in
diesem Codex zusammen. Im Anschluß an dessen ‘Praecepta dictaminum’
finden sich nacheinander acht Liebesbriefe — von denen allerdings einer (Nr.
5 des Anhangs) zwar stilistisch, jedoch nicht inhaltlich zu den Liebesbriefen
gehört — ; weitere drei Liebesbriefe aus der großen Sammlung sind hinzuge­
nommen.
Vor noch nicht gar so langer Zeit ist die unter dem Titel ‘Scito te ipsum’
stehende, Fragment gebliebene ethische Schrift Abaelards, begleitet von einer
englischen Übersetzung, durch David E. L u s c o m b e kritisch ediert worden
(Oxford 1971). Im Zuge der Vorbereitung einer Übersetzung ins Deutsche —
die in Bälde, von Erläuterungen begleitet, in der Reihe ‘Fontes christiani’
erscheinen soll — hat sich deren Urheber dazu veranlaßt gesehen, die Hand­
schriften neu zu kollationieren, und seine Befunde haben ihn zu einer neuen
Textkonstitution geführt, die er vorlegt in : Petri Abaelardi Opera theologica
IV : Scito te ipsum. Edidit Rainer M. I l g n e r . (Corpus christianorum, Conti­
nuado mediaevalis 190). Tumhout : Brepols, 2001. LXIX, 109 Seiten. ISBN
2-503-04901-X HB (gebunden) / ...04902-8 PB (broschiert). Zwar ist die
Überlieferungsgrundlage unverändert geblieben, doch die Handschriften und
ihr Verhältnis zueinander werden neu bestimmt. Während Luscombe Hs. A
(Clm 14160) zur Leithandschrift erkoren hatte, wird darin nunmehr das
Ergebnis einer nicht-authentischen Überarbeitung mit antikisierender Tendenz
gesehen ; demgegenüber wird C (Oxford, Balliol College ms. 296), mit größe­
rem Textumfang, aufgewertet. In der neuen Ausgabe sind diese beiden Hand­
schriften mit B (Clm 28363) grundsätzlich gleichberechtigt.
Arnulf, vier Jahrzehnte lang (1141-1181) Bischof von Lisieux in der Nor­
mandie und Erbauer der dortigen Kathedrale, ist als Dichter kaum bekannt. Er
agierte in politisch bewegter Zeit als Kirchenmann ; davon zeugt nebst ande­
rem seine umfangreiche (131 Nummern umfassende) Briefsammlung (ed.
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Frank B a r l o w , London 1939). Doch hat er auch ein schmales poetisches
Œuvre von sechzehn Stücken geringen bis mittleren Umfanges geschaffen,
durchweg in Distichen gehalten, insgesamt 270 Verse. Manche Gedichte
gelten einzelnen Personen, sei es im Sinne einer Lobpreisung, in satirisch­
polemischem Sinne oder auch als Epitaph. Andere Stücke betreffen den Früh­
ling oder die Jahreszeiten insgesamt ; auch solche geistlichen Inhalts — auf
die Geburt Christi, auf das heilige Kreuz — finden sich darunter. Hervorge­
hoben seien seine Reflexionen zum Schenken (Quomodo pauperi vel diviti sit
dandum, Nr. 10). Die vom Verfasser selber veranstaltete Sammlung ist, in
zwei verschiedenen Fassungen, in insgesamt vierzehn Handschriften überlie­
fert, die alle aus dem 12./13. Jh. und aus Frankreich oder England stammen.
In fast allen von ihnen besteht Überlieferungsgemeinschaft mit seinen Brie­
fen. Die eine Ausnahme (Paris BN lat. 16699) ist bedeutend: es handelt sich
um eine Handschrift mit christlichen Dichtungen der Spätantike und Texten
renommierter hochmittelalterlicher Dichter. Dieser Gedichtzyklus ist nun­
mehr, versehen je mit einer deutschen Parallelübersetzung und einer Ein­
führung, in einer kritischen Edition vorgelegt worden : Die Gedichte Arnulfs
von Lisieux (fl 184). Herausgegeben und übersetzt von Ewald K ö n s g e n . (Editiones Heidelbergenses 32). Heidelberg : Winter, 2002. XIII, 92 Seiten, 1 Abb.
ISBN 3-8253-1304-2.
Zu den Texten, in denen sich die Beschäftigung des lateinischen Westens
mit der exotischen Welt des kaum bekannten Ostens wie auch mit utopischen
Lebensformen niederschlägt, gehört der angeblich von dem Priesterkönig
Johannes an Kaiser Manuel I. Komnenos gesandte Brief. Seit seinem Auftau­
chen nach der Mitte des 12. Jahrhunderts ist er in zahlreichen lateinischen und
volkssprachlichen Fassungen in Umlauf gewesen. Die Überlieferungs- und
Rezeptionsgeschichte des lateinischen Textes und dessen verschiedene Über­
setzungen ins Deutsche bilden den Inhalt folgender Arbeit : Bettina W a g n e r .
Die ‘Epistola presbiteri Johannis’ lateinisch und deutsch. Überlieferung, Text­
geschichte, Rezeption und Übertragungen im Mittelalter. Mit bisher unedierten Texten. (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur
des Mittelalters 115). Tübingen: Niemeyer, 2000. XI, 732 Seiten, Abb. und
Karten. ISBN 3-484-89115-7. Als Grundlage der text- und rezeptionsge­
schichtlichen Untersuchungen werden zunächst die Handschriften der lateini­
schen Epistola (aus dem 12. bis zum 17. Jh., insgesamt ihrer 207) sowie auch
deren frühe Druckausgaben detailliert erfaßt. Bei den überlieferten Textfas­
sungen stehen sich zwei Traditionen gegenüber, bei denen jeweils noch
bestimmte Redaktionen, regional oder sonstwie charakterisierte Fassungen zu
unterscheiden sind (Traditionen I [Normaltext, in unterschiedlichen Darbie­
tungsformen] und II [fünf verschiedene Fassungen]). Die Ergebnisse werden
in einem Stemma und in einer nach den einzelnen Paragraphen des Textes
geordneten Tabelle übersichtlich dargestellt. Sodann geht es um die Verbrei­
tung der Epistola, zunächst nach chronologischen und geographischen, dann
nach literatursoziologischen Gesichtspunkten. An dieser Stelle wird eine
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PETER STOTZ
umfangreiche Editionspartie eingeschaltet. Gegenüber dem von Friedrich
Z a r n c k e 1879 edierten Normaltext, auf dem die Forschung bisher noch
immer beruhte, werden hier veröffentlicht : eine Kurzfassung u, zwei Lang­
fassungen (I und II), weiter eine Kurzfassung a, drei Bearbeitungen (I bis III),
ferner eine Cambridger und eine Hildesheimer Fassung. Der knappere zweite
Teil der Arbeit gilt sechs verschiedenen Übersetzungen ins Deutsche, die an
dieser Stelle nicht spezifiziert werden sollen. Gleich zu Anfang wird hier
durch eine tabellarische Synopse anhand des Inhalts des lateinischen Textes,
nach Paragraphen, ein Überblick über diese Fassungen gegeben. Im Einzelnen
wird dann für jede von ihnen den äußeren „Koordinaten“ sowie den Bearbei­
tungstendenzen und Rezeptionsmodi nachgegangen. Der die Untersuchungen
abschließende Ausblick ist unter den Titel „Der Brief des Priesters Johannes
zwischen Historizität und Fiktionalität“ gestellt.
Hugo von Trimberg (um 1230/40 bis nach 1313) gehört zu jenen mittelal­
terlichen Autoren, die sich des Lateinischen wie auch einer Volkssprache
bedient haben. Sein — wichtiges und stark verbreitetes — deutschsprachiges
Werk ist der ‘Renner’, von seinen lateinischen Arbeiten dürfte das ‘Registrum
multorum auctorum’ am bekanntesten sein. Hier ist jedoch von seinem ‘Solsequium’ zu sprechen, das in der uns vorliegenden Form 1284 fertiggestellt
wurde und den — zwischen 1250 und 1350 in großer Zahl zusammengestell­
ten — Exemplasammlungen angehört. Gemäß seinem Titel, der ja ‘Sonnen­
blume’ bedeutet, soll das Werk das obsequium veri solis befördern. Diesem
Ziel dient eine große Zahl von in Prosa vorgetragenen erbaulichen Geschich­
ten. Das Rahmenwerk des Ganzen ist in teils metrisch, teils rhythmisch gere­
gelten Versen gehalten ; hervorgehoben sei der mehrere hundert Verse umfas­
sende Epilog. Die Sammlung gliedert sich in 7 Bücher oder Großabschnitte ;
eigentümlich daran ist, daß dabei nicht nach Inhalten, sondern nach Quellen
gegliedert wird : Die Erzählungen in den rahmenden Büchern 1 und 7 sind
unterschiedlicher Herkunft ; vor allem sind darin, nach Hugos eigenem Zeug­
nis, deutschsprachige Geschichten lateinisch nacherzählt. Buch 2 ist von einer
bestimmten Sammlung von Marienmirakeln gespeist, Buch 3 von der
‘Legenda aurea’, Buch 4 aus den ‘Dialogi’ Gregors des Großen, Buch 5 aus
den Vitas patrum, Buch 6 dagegen aus der ‘Disciplina clericalis’ des Petrus
Alfonsi. Das ‘Solsequium’ war bisher wenig bekannt. Nur etwa ein Drittel
davon war, nach einer einzigen Handschrift (von Erich S e e m a n n , 1914) ediert.
Nunmehr wird hier die breit abgestützte kritische Erstausgabe des Gesamt­
werkes vorgelegt : Das ‘Solsequium’ des Hugo von Trimberg. Eine kritische
Edition von Angelika S t r a u s s . (Wissensliteratur im Mittelalter 39). Wiesba­
den : Reichert, 2002. XVI, 385 Seiten. ISBN 3-89500-273-9. Diese Edition
beruht auf dreizehn Handschriften : verglichen mit der Überlieferung des
‘Renner’ eine recht geringe Zahl ; davon sind ihrer sechs erst bei der Vorbe­
reitung dieser Ausgabe entdeckt worden. Die Arbeit ist ausgestattet mit allem,
was man von einer guten Edition erwartet. Hervorgehoben sei die höchst
eingehende Beschreibung der Handschriften, unter genauer Nennung der wei­
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teren Texte, die sie je mit überliefern, ferner das für die lexikographische
Arbeit nützliche Wörterverzeichnis.
Die Edition der ‘Ruralia commoda’ des Petrus de Crescentiis (vgl. ALMA
57, S. 324) ist mit einem Indexfaszikel, der außerdem eine Corrigendaliste
enthält, zu ihrem Abschluß gelangt : Petrus de Crescentiis (Pier de’ Crescenzi). Ruralia commoda. Das Wissen des vollkommenen Landwirts um
1300. Herausgegeben von Will R ichter . Zum Druck vorbereitet von Reinhilt
R ichter - B ergm eier . Vierter Teil: Indices. (Editiones Heidelbergenses 30).
Heidelberg : Winter, 2002. VIII, 98 Seiten. ISBN 3-8253-1287-9. Es gibt, von
den Eigennamen abgesehen, gesonderte Indices für Pflanzen- und für Tierna­
men. Im allgemeinen Index verborum sind Wörter verzeichnet, die mit Pflan­
zen oder Tieren in Verbindung stehen oder aber in irgendeiner Form auffällig
sind.
Die niedersächsische Stadt Verden an der Aller war bis 1631 Sitz eines
Bistums. Aus dem ersten Drittel des 14. Jh’s stammt eine Bischofschronik, die
jedoch nicht zu den bedeutenden Beispielen dieser Gattung gehört und denn
auch erst jetzt eine kritische Edition erfahren hat : Chronicon episcoporum
Verdensium / Die Chronik der Verdener Bischöfe. Herausgegeben, kommen­
tiert und übersetzt von Thomas V ogtherr . Mit einem kunsthistorischen Bei­
trag von Stephan K e m perd ick . (Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der
ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden 10). Stade : Landschaftsver­
band der e’ H’ B’ und V’, 1998. 170 Seiten, Abb. ISBN 3-931879-03-8. Auf
Veranlassung von Bischof Nikolaus (1312-1331 regierend) wurde die urkund­
liche Überlieferung und wurden die Bischofs viten in Chronikform aufge­
zeichnet ; dem Grundstock wurden später zu zweien Malen weitere Bischofsviten angefügt. Diese Fassung ist in der Hs. Dresden, Landesbibi. H 193
überliefert. In einer ändern Fassung, vertreten durch Hannover, Landesbibi.
XXIII 1144, sind die Lebensbeschreibungen der älteren Bischöfe verkürzt,
diejenigen des 15. Jh’s dagegen bedeutend angereichert, diese sind denn auch
von erheblichem Quellenwert. In der Dresdner Hs. ist jedem der besproche­
nen 47 Bischöfe ein (angebliches) Porträt beigegeben, hinzu kommt dasjenige
des vermeintlichen Stifters des Bistums, Karls des Großen. Mit ihnen
beschäftigt sich Stephan Kemperdick.
Von den Lilienfelder ‘Concordantiae caritatis’ war im vorletzten Band
(ALMA 58, S. 250) aus Anlaß einer eingehenden Inhaltsanalyse die Rede.
Nun wird diese typologisch ausgerichtete Bilderhandschrift ihrer äußeren
Erscheinung nach in einem Bildband mit hervorragenden Abbildungen vorge­
stellt : Martin R o l a n d . Die Lilienfelder Concordantiae caritatis (Stifts­
bibliothek Lilienfeld CLi 151). (Codices illuminati, Meisterwerke aus den
Sammlungen der bedeutendsten Bibliotheken der Welt, II: Stifts- und
Klosterbibliotheken, Archive 2). Graz : Akademische Druck- und Verlagsan­
stalt, 2002. 79 Seiten, 30 Abb., 24 Tafeln. ISBN 3-201-01776-0 (Leinen) / ...
01780-9 (Broschur). In diesem Werk, das sich an ein breites Publikum
wendet, ist einleitend zuerst von den Zisterziensern allgemein, dann von dem
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PETER STOTZ
Kloster Lilienfeld und dessen Abt Ulrich, dem Autor der ‘Concordantiae can­
tatisi die Rede, auch wird in kurzen Worten auf den Begriff der Typologie
eingegangen. Dann wird das Gliederungsschema der einzelnen Seiten dieses
Bilderkatechismus, im Vergleich mit demjenigen der Biblia pauperum, erläu­
tert. Es wird von dem Zielpublikum, der weiteren Überlieferung und schließ­
lich von den Illustrationen selber sowie von deren Urhebern gehandelt. Im
Mittelpunkt stehen 24 Farbfaksimiles, die je auf der gegenüberstehenden
Seite erläutert werden. (Schade, daß die Beischriften nicht transkribiert und
übersetzt worden sind !) Den Schluß des Bandes nimmt eine kodikologische
Dokumentation ein : hier geht es um den Lagenaufbau, den Gesamtinhalt der
Handschrift und eine Bibliographie.
Unter denen, die sich im spätmittelalterlichen Deutschland mit Philosophie
befaßt haben, gehört der Dominikaner Berthold von Moosburg (bezeugt im
Zeitraum von 1318 bis 1361) nicht zu den bekanntesten. Doch mit seinem
Interesse an der antiken neuplatonischen Tradition — er befaßte sich auch mit
der ‘Clavis physicae’ des Honorius Augustodunensis — ist er originär, und er
nimmt in der Proklos-Rezeption eine gewichtige Stellung ein. Der Gegensatz,
in dem seine Metaphysik des Einen zu dem herrschenden Aristotelismus
stand, hat sich auf die Überlieferung seiner Werke ungünstig ausgewirkt. So
ist sein opus magnum, sein Kommentar zur ‘Stoicheiosis theologike’ des Proklos, in lediglich zwei Handschriften erhalten. Die kritische Erstedition dieses
Werkes ist von berufenster Seite ins Werk gesetzt worden. Die ersten beiden
Bände sind schon vor einigen Jahren erschienen, als an dieser Stelle noch
weniger umfassend über Neuerscheinungen dieser Art informiert wurde. Das
Erscheinen eines dritten Bandes, nach beträchtlicher Pause, soll zum Anlaß
genommen werden, auf das Unternehmen — das damit noch lange nicht
abgeschlossen ist — wenigstens summarisch hinzuweisen: Berthold von
Moosburg. Expositio super Elementationem theologicam Procli. Prologus.
Propositiones 1-13. Herausgegeben von Maria Rita P ag n o n i - S t urlese und
Loris S turlese mit einer Einleitung von Kurt F l a sc h / Propositiones 14-34.
Herausgegeben von L’ S t ’, M’ R’ P ’- S t ’ und Burkhard M ojsisch / Proposi­
tiones 35-65. Herausgegeben von Antonella S a n n in o mit einem Vorwort von
L’ S t ’. (Corpus philosophorum Teutonicorum medii aevi 6, 1/2/3). Hamburg :
Meiner, 1984 / 1986 / 2001. ISBN 3-7873-0599-8 / ...-0673-0 / ...-1560-8.
Der Philosoph und Theologe Heymericus de Campo (Heimrich van de
Velde) lebte von ungefähr 1395 bis 1460. Nach seiner Ausbildung in Paris
wirkte er als Lehrer an der Universität zu Köln, die er auch am Basler Konzil
vertrat, später lehrte an der Universität Löwen. Er ist ein namhafter Vertreter
der auf Albertus Magnus zurückgehenden Richtung innerhalb der via antiqua.
Bisher waren seine Werke kaum oder gar nicht zugänglich, dementsprechend
ist er auch in der Forschung recht unbekannt geblieben. Um dem abzuhelfen,
ist nunmehr die Veröffentlichung seiner Hauptwerke in Angriff genommen
worden : Heymericus de Campo. Opera selecta. Herausgegeben von Ruedi
I m bach und Pascal L a d n e r . [Band] 1. (Spicilegium Friburgense, Texte zur
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
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Geschichte des kirchlichen Lebens 39). Freiburg Schweiz : Universitätsverlag,
2001. 227 Seiten. ISBN 3-7278-1314-8. Dieser erste Band der Ausgabe — ein
weiterer ist in Planung — enthält die kritische Erstedition von fünf jeweils
eher kurzen Texten. Es sind dies: die ‘Epistola ad papam Martinum V’,
bekannt als Hussiten-Dialog (geführt von einem Bohemus und einem Roma­
nista), herausgegeben von Rolf d e K egel , ferner die Schrift ‘De sigillo eternitatis’, bearbeitet von den beiden Herausgebern des Ganzen, sodann die ‘Ars
demonstrativa’, ediert von Jean-Daniel C avigioli, weiter der ‘Tractatus de
naturali veritatis catholicae analesy’, bereitgestellt von Zénon K a l uz a und
schließlich das ‘Alphabetum doctrinale’, erschlossen von Jerzy K orolec . Für
jedes der fünf Stücke wird einzeln in einer Einleitung Rechenschaft gegeben
über Charakter, Inhalt und Gliederung des Textes sowie dessen Überlieferung.
Eine allgemeine Einführung, die Beschreibung aller herangezogenen Hand­
schriften sowie eine Bibliographie der Quellen und der Literatur stehen an der
Spitze des Bandes.
Einem Dominikaner, der in der Zeit des Großen abendländischen Schismas
lebte und wirkte, gilt die folgende, einige Texteditionen mit enthaltende
Monographie : Sabine von H e u sin g e r . Johannes Mulberg OP ( t 1414). Ein
Leben im Spannungsfeld von Dominikanerobservanz und Beginenstreit.
(Quellen und Forschungen zur Geschichte des Dominikanerordens, Neue
Folge 9). Berlin : Akademie-Verlag, 2000. X, 201 Seiten, Abb. ISBN 3-05003543-9. Von Biographischem abgesehen, geht es im Hauptteil der Arbeit
um die damaligen Reformbestrebungen innerhalb des Dominikanerordens, die
letztlich zum Scheitern verurteilte frühe Observanz, und um den damit ver­
bundenen Streit um die Beginen in Basel, sodann um Mulbergs letztes
Lebensjahr und um seine Einschätzung als Autor des ‘Tractatus contra
Beginas et Beghardos’ und als Prediger. Im Anhang wird dieser Traktat nebst
begleitenden Kurztexten kritisch ediert ; angeschlossen ist das Fragment einer
Predigt gegen den Wucher. (Der beigegebene Bericht über Mulbergs Sterben
ist in deutscher Sprache gehalten.)
Schon seit geraumer Zeit befassen sich Reinhold F. Glei und seine Mitar­
beiter und Schüler mit lateinischen Texten über den Islam (vgl. z. B. ALMA
48/49, S. 204-206). Diesem Forschungsvorhaben gehört auch eine seinerzeit
hier nicht vorgestellte Arbeit an, die in diesem Zusammenhang wenigstens
beiläufig erwähnt werden soll : eine Bearbeitung der ‘Cribratio Alkorani’ des
Cusanus : Nikolaus von Kues. Sichtung des Korans : lateinisch-deutsch. Auf
der Grundlage des Textes der kritischen Ausgabe neu übersetzt und mit
Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Ludwig H ag e m a n n und
Reinhold G l ei. 3 Bände. (Schriften des Nikolaus von Kues in deutscher Über­
setzung 20a-c / Philosophische Bibliothek 420a-c). Hamburg : Meiner, 19891993. ISBN 3-7873-0934-9 / ... 0937-3 / ... 0938-1. Diesmal nun geht es um
die kritische Erstedition einer Schrift eines nicht minder herausragenden
Schriftstellers des 15. Jahrhunderts ; ihr mag das genannte Werk des Cusanus
zur Anregung gedient haben, jedoch nicht eigentlich als Quelle : Pius II. Papa.
272
PETER STOTZ
Epistola ad Mahumetem. Einleitung, kritische Edition, Übersetzung [von]
Reinhold F. G lei und Markus K öhler unter Mitwirkung von Beate K o b u sc h
... [et al.]. (Bochumer Altertumswissenschaftliches Colloquium 50). Trier :
Wissenschaftlicher Verlag, 2001. 343 Seiten. ISBN 3-88476-444-6. Der gei­
stesgeschichtlich interessante Brief Pius’ II. von 1461 an den osmanischen
Sultan Mehmed II., von dem nicht feststeht, ob er überhaupt je abgesandt
worden ist, und der jedenfalls ohne praktische Wirkung geblieben ist, stellt
den — selbstverständlich ganz hoffnungslosen — Versuch dar, den türkischen
Eroberer mit philosophischen und theologischen Argumenten für das Chri­
stentum zu gewinnen. Als dessen Hauptquelle wird der ‘Tractatus contra prin­
cipales errores perfidi Machometi’ ermittelt, den Kardinal Juan de Torquemada 1458/59 verfaßt und dem Papst gewidmet hatte. Die von einer
deutschen Parallelübersetzung begleitete Edition beruht auf 40 Handschriften
und fünf alten Drucken. In der (von Markus Köhler stammenden) ausführli­
chen Einleitung wird auch der genannte Quellentext eingehend behandelt. Die
laufenden Sachanmerkungen zum Text konnten demgegenüber auf das Nötig­
ste beschränkt werden.
Unter den Persönlichkeiten, die im 15. Jh., angeregt durch italienische
Humanisten, nördlich der Alpen einen geistigen und literarischen Neuaufbruch herbeigeführt haben, ist Konrad Celtis (1459-1508) einer der namhaf­
testen. Seiner Dichtung ‘Germania generalis’ (inc. Per Demogorgoneum ...,
284 Hexameter) ist, im Rahmen einer Dissertation aus der Schule von Franz
Josef Worstbrock in München, eine überaus gründliche und vielerlei Aspekte
in den Blick fassende Bearbeitung zuteilgeworden : Gemot Michael M ü l le r .
Die ‘Germania generalis’ des Conrad Celtis. Studien mit Edition, Überset­
zung und Kommentar. (Frühe Neuzeit: Studien und Dokumente zur deut­
schen Literatur und Kultur im europäischen Kontext 67). Tübingen: Nie­
meyer, 2001. XVII, 536 Seiten, Abb. ISBN 3-484-36567-6. In einem ersten
Teil geht es um die Klärung und Aufbereitung der Überlieferung anhand der
Drucke und Handschriften. Im Mittelpunkt davon steht die kritische Edition
mit gegenüberstehender Prosaübersetzung und anschließendem ausführlichem
Stellenkommentar. Der zweite, weit umfangreichere Teil enthält Studien zu
den Grundlagen oder Voraussetzungen zu der historisch-geographischen
Beschreibung Deutschlands durch Celtis, sodann zu der daraus zutage treten­
den Konzeption des Begriffes Deutschland. Als Modelle werden Flavio
Biondos ‘Italia illustrata’ und die Beschreibungen Deutschlands durch Enea
Silvio Piccolomini herausgestellt.
Im ausgehenden Mittelalter, als allerorten unterschiedlichste lateinische
Werke in die Volkssprachen übersetzt wurden, kam es mitunter vor, daß der
Urheber eines Textes diesen zugleich in der Buch- und Verkehrssprache
Latein und — zum Besten des adeligen oder bürgerlichen Laienpublikums —
in deutscher Sprache abfaßte. Dies gilt etwa für einige Werke des Schweizer
Frühhumanisten Albrecht von Bonstetten (um 1442/43 bis um 1504), der als
Dekan im Kloster Einsiedeln wirkte. Zu sprechen ist hier von seiner Legende
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
273
des heiligen Gerold. Dieser, angeblich ein sächsischer Herzog, entschied sich
für ein Eremitendasein. Er ließ sich im vorarlbergischen Friesen (nachmals
St. Gerold) nieder, wo er ein kleines Kloster gründete. Vor seinem Tod soll er
dieses dem Kloster Einsiedeln übereignet haben ; in der Tat bestand später
dort eine zu Einsiedeln gehörende Propstei. Albrecht von Bonstetten widmete
seine Geroldlegende dem Kurfürsten Ernst von Sachsen und dessen Bruder
Herzog Albrecht von Sachsen. Bisher waren zwar zwei deutschsprachige
Texte dieses Inhalts bekannt, von denen einer Albrecht als Quelle gedient
haben könnte, während der andere, in einem Druck von 1577 vorliegende,
offenbar eine Überarbeitung von Bonstettens Fassung ist. Jedoch erst vor
kurzem sind im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar, unter Materialien
des sächsischen Historiographen Georg Spalatin (1484-1545), die Widmungs­
exemplare des lateinischen und des deutschen Textes aus dem Jahr 1484 ent­
deckt worden. Zusammen mit einem ändern, an dieser Stelle nicht interessie­
renden Textfund, sind die beiden Legendenfassungen ediert worden in : Der
gute Gerhart Rudolfs von Ems in einer anonymen Prosaauflösung und die
lateinische und deutsche Fassung der Gerold-Legende Albrechts von Bonstet­
ten. Nach den Handschriften Reg. O 157 und Reg. O 29A und B im Thürin­
gischen Hauptstaatsarchiv Weimar herausgegeben von Rudolf B entzinger ,
Christina M e c k elnbo r g , Franzjosef P ensee und Anne-Beate R iecke . (Deut­
sche Texte des Mittelalters 81). Berlin: Akademie-Verlag, 2001. VIII,
184 Seiten, 6 Tafeln. ISBN 3-05-002779-7. Die Geroldlegende nimmt die
zweite Hälfte des Bandes, ab S. 75, ein; sie ist betreut worden von Christina
Meckelnborg, die für die latinistischen, und von Anne-Beate Riecke, die für
die germanistischen Belange zuständig ist. Die lateinische und die frühneu­
hochdeutsche Fassung stehen sich in Paralleldruck gegenüber ; am Seitenfuß
läuft eine Wiedergabe der lateinischen Fassung in heutigem Deutsch mit. Der
lateinische Text ist ferner durch einen sprachlich ausgerichteten Stellenkom­
mentar erschlossen. Zu dem Glossar der deutschen Fassung gibt es einen
lateinischen Schlüssel, der manche Übersetzungsgleichung sichtbar
macht. Innerhalb der Einleitung ist die Untersuchung des Verhältnisses von
lateinischem und deutschem Text von besonderem Interesse.
Wer es unternehmen wollte, die Editionen sämtlicher kirchlicher
Gebrauchstexte aus der Inkunabelzeit laufend zu buchen, bekäme viel zu tun.
So dicht kann die Dokumentation innerhalb dieser summarischen Übersicht
im allgemeinen nicht sein, doch möge hier die folgende kleine Quellenpubli­
kation zweier Schüler des Berichterstatters angeführt werden : Christian
M oser / David V itale Der Zürcher Ablaßtraktat des Albert von Weißenstein
(1480). (Zeitschrift für schweizerische Kirchengeschichte 95, 2001, S. 49109). Es geht um die kritische Erstedition eines Traktates, die der Dominika­
ner Albertus de Albo Lapide während seines Zürcher Aufenthaltes im Hin­
blick auf einen Ablaß verfaßte, der mit dem Neubau der dortigen
Wasserkirche zusammenhängt. In dem Text geht es um das Wesen der Ablässe
allgemein, um die Empfehlung dieses Ablasses insbesondere, schließlich um
274
PETER STOTZ
das Lob der Stadt Zürich, ihrer Patrone Felix und Regula und einer am Ort
der erwähnten Kirche entsprungenen Heilquelle. Dem lateinischen Text ist
eine deutsche Übersetzung in Paralleldruck beigegeben.
Wir gehen nun zur Besprechung einzelner M o n o g r a p h i e n über:
Zunächst soll von zwei Arbeiten zeitübergreifenden Charakters die Rede sein :
Von Günther Binding und seiner Schule ist in den letzten Jahren mancher
Beitrag zur Geschichte des Bauens im Mittelalter vorgelegt worden : Arbeiten,
die sich durch das Emstnehmen der sprachlichen Befunde und deren kompe­
tente Erschließung auszeichnen (s. zuletzt ALMA 59, S. 274f.). Vor kurzem
ist folgende inhaltsreiche Monographie erschienen : Günther B in d in g /
Susanne L inscheid - B ur dich . Planen und Bauen im frühen und hohen Mittel­
alter nach den Schriftquellen bis 1250. In Zusammenarbeit mit Julia W ipper ­
m a n n . Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2002. 652 Seiten,
75 Abb. ISBN 3-534-15489-4. In dieser quellennahen Darstellung werden
mehr als 2000 kürzere, z. T. aber auch recht lange Passagen aus 600 lateini­
schen Texten aus ganz Europa je in deutscher Übersetzung und im originalen
Wortlaut vorgelegt, begleitet von einer sachkundigen Kommentierung und,
wie sich versteht, den nötigen Quellenangaben. Dieses Textgut ist eingebettet
in eine Darstellung, welche sich in neun Sachbereiche gliedert : Der Bauherr
/ Bautypen und deren Vorbild / Entwurf und Baupläne / Vermessung / Grund­
stein und Fundament / Das Baumaterial : Beschaffung, Transport und Bear­
beitung / Die Bauteile der Kirche / Das Kloster / Profanbauten. Bei der
Abhandlung dieser Gebiete und der Kommentierung zugehöriger Quellenstel­
len wird eine große Zahl lateinischer Termini im Hinblick auf deren jeweili­
gen Aussagewert erörtert, so etwa im Kapitel Vermessung funiculus, linea,
pertica, virga, regula, perpendiculum, libra und circinus, sowie norma. Das
Werk ist durch Verzeichnisse der behandelten Orte und der herangezogenen
Quellen erschlossen. Hingegen ist, und zwar, wenn ich recht sehe, mit voller
Absicht, auf ein Verzeichnis der lateinischen Termini verzichtet worden : Die
Bearbeiter möchten damit ihre Leserschaft dazu anhalten, in dem Buch auch
wirklich zu lesen, somit: sich auf die jeweiligen Bedingtheiten des beschrie­
benen Bauwerks und des beschreibenden Textes einzulassen; sie suchen
damit Gegensteuer zu geben gegen das so modisch gewordene punktuelle
‘Abrufen’ nur halb verstandener ‘Informationen’.
Eine textnahe Studie über ein Stück karolingischer Bibelexegese stellt die
folgende Arbeit, eine Dissertation der Philosophisch-theologischen Hoch­
schule Sankt Georgen (Frankfurt) von 2 0 0 1 , dar: Michal K i e l i n g . Terrena
non amare sed coelestia. Theologie der Welt in Alkuins Commentaria super
Ecclesiasten. (Europäische Hochschulschriften, Reihe XXIII : Theologie
7 3 2 ) . Frankfurt am Main: Lang, 2 0 0 2 . XII, 2 8 9 Seiten. ISBN 3 - 6 3 1 - 3 8 0 1 7 8. In einem ersten ausgedehnten Abschnitt geht es um die Überlieferung von
Alkuins Kommentar, die von ihm benützten Quellen und seine Bearbeitungs­
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
275
methode. Der Vf. gibt sich nicht mit dem bei Migne (PL 100, Sp. 655-722)
publizierten Text zufrieden, sondern geht auf die Handschriften zurück. Als
Hauptquelle hat er den Ecclesiasteskommentar des Hieronymus ermittelt, und
so vergleicht er Zug um Zug Alkuins Text — dies nach der Hs. Harley 213
der British Library — mit diesem Bezugstext. Im Weiteren verschafft er einen
Überblick über die aus der Zeit zwischen Hieronymus und Alkuin stammen­
den lateinischen Auslegungen dieses biblischen Buches. Von zweien unter
ihnen — den Texten in Paris, BN lat. 2822 und lat. 11997 — gibt er im
Anhang eine Erstedition. (Hinzu kommt dort noch eine pseudoisidorische
Glosse aus Hs. 4° Aa 2 der Hessischen Landesbibliothek Fulda.) Ein zweites,
kürzer gehaltenes Großkapitel gilt dem Bibeltext als solchem. Die Rede ist
hier von Alkuins Bibelrevision und ihren Voraussetzungen insgesamt, sodann
von seiner Bearbeitung des Ecclesiastestextes im Besonderen. In einer ausge­
dehnten Synopse sind einander gegenübergestellt : der Wortlaut des Bibeltex­
tes nach dem Ecclesiasteskommentar des Hieronymus, nach der Vulgata und
nach dem Kommentar Alkuins gemäß dem Harley anus. Der dritte Hauptteil
der Arbeit ist der theologischen Gedankenwelt gewidmet, wie sie aus dieser
karolingischen Auslegung des Predigerbuches zutage tritt.
Für eines der gewissermaßen klassischen Werke des 9. Jh’s, nämlich Ein­
harts Karlsbiographie, ist eine monumentale Untersuchung zur Überlieferungs- und Wirkungsgeschichte vorgelegt worden : Matthias M. T ischler .
Einharts Vita Karoli. Studien zur Entstehung, Überlieferung und Rezep­
tion. 2 Teile. (Monumenta Germaniae Histórica: Schriften 48). Hannover :
Hahn, 2001. LXX, 1828 Seiten, 8 Tafeln. ISBN 3-7752-5448-X. Diese Arbeit,
eine Heidelberger Dissertation v. J. 1998, gliedert sich wie folgt : Nach ein­
leitenden Bemerkungen zum Forschungsstand und zum eigenen Programm
folgt ein knapp gefaßter Katalog erhaltener oder nach Einträgen in Biblio­
thekskatalogen zumindest nachweisbarer Handschriften, sodann ein
Überblick über die verschiedenen Redaktionsstufen von Einharts Karlsvita
und die Erörterung von deren Entstehungszeit. Im Hauptteil der Arbeit
werden nun nacheinander die verschiedenen Fassungen des Textes — ihr
Zustandekommen, die regionalen Überlieferungen in allen ihren Verzweigun­
gen und deren handschriftliche Vertretung — behandelt. Der Widmungsfas­
sung steht die Überlieferung in dem Kleinen und dem Großen Karlskompen­
dium gegenüber, sodann die Offizielle Ausgabe und die überarbeitete
Offizielle Ausgabe, sie beide je in unterschiedlichen Rezensionen. Am Schluß
wird ein knappes Fazit gezogen ; als Korollar beigegeben ist die Geschichte
der Editionen (und Übersetzungen) der Karlsvita. Neben dem Handschriftenund dem Namenregister verdient eine gesonderte Zusammenstellung all jener
Werke Erwähnung, in denen das literarische Nachwirken von Einharts Text
faßbar ist.
Ein in seiner Art ganz einzigartiges Zeugnis, das immer wieder neu zu wis­
senschaftlicher Behandlung herausfordert und noch immer manches Rätsel
aufgibt, ist der St. Galler Klosterplan. Wie schon einmal i. J. 1957, so fand
276
PETER STOTZ
erneut im Oktober 1997 in St. Gallen eine Tagung über dieses Dokument
statt. Vor kurzem sind deren Akten erschienen : Studien zum St. Galler Klo­
sterplan II. Herausgegeben von Peter O chse n b ein und Karl S ch m u k i . (Mittei­
lungen zur vaterländischen Geschichte, herausgegeben vom Historischen
Verein des Kantons St. Gallen 52). St. Gallen : H’ V’ des K’s St. G \ 2002.
368 Seiten, Abb. ISBN 3-906395-31-6. Die einzelnen Aufsätze betreffen das
dem Plan zugrundeliegende Konzept, die Bezüge zur Reform des Mönch­
tums, zur Liturgie, seine Stellung bezüglich der Klosteranlagen jener Zeit all­
gemein, die vorauszusetzende Meßtechnik u. a. m. Auch die Geschichte
seiner Erforschung wird gewürdigt, außerdem wird über eine neue technolo­
gische Untersuchung des kostbaren Dokuments berichtet. Beigegeben ist die
Bibliographie aller Werke zum Klosterplan. Hier ist nicht der Ort, auf die
Beiträge näher einzugehen. Erwähnt sei immerhin ein neuer, früher Datie­
rungsansatz auf Grund eines Anagramms : 819. Als besonders einschlägig ist
der Aufsatz von Walter B erschin hervorzuheben : Der St. Galler Klosterplan
als Literaturdenkmal (S. 107-144). Er enthält für jede der Bei- und Aufschrif­
ten eine Edition mit Übersetzung und Kurzkommentar. Beigegeben ist eine
kurze Untersuchung seines Schülers Stephan W eber über : Synonymik und
Symmetrie auf dem St. Galler Klosterplan (S. 144-149).
Das 1085 gegründete hirsauische Reformkloster Reinhardsbrunn, in der
Nähe Gothas, war das Hauskloster der Ludowinger, welche von 1131 bis zu
ihrem Aussterben im Jahre 1247 die Würde der Landgrafen von Thüringen
bekleideten. Aus dem Zeitraum 1340/49, als das Kloster längst seine frühere
Bedeutung eingebüßt hatte, stammt die ‘Cronica Reinhardsbrunnensis’, eine
umfangreiche Kompilation, die vor allem dadurch wertvoll ist, daß in ihr
ältere, als solche nicht mehr erhaltene Geschichtsquellen ausgiebig ausge­
schrieben sind. Dazu gehören zwei verlorene Werke, nämlich die ‘Reinhards­
brunner Gründungsgeschichte’ (nach 1190/98) und die ‘Reinhardsbrunner
Historien’ (aus dem Zeitraum 1187/1217). Auf der Gründungsgeschichte
beruht eine kürzende Bearbeitung aus den Jahren 1234/35 mit dem Titel De
ortu principum Thuringie’, die heute nur noch in zwei Abschriften des
18. Jh’s greifbar ist. Von den komplexen Verhältnissen der historischen Über­
lieferung, von den Tendenzen und Funktionen dieser Werke klösterlich-dyna­
stischer Geschichtsschreibung, von ihrer Verknüpfung mit der thüringischen
und der Reichspolitik handelt die folgende Arbeit, eine Jenaer Dissertation
von 1997 : Stefan T ebru ck . Die Reinhardsbrunner Geschichtsschreibung im
Hochmittelalter. Klösterliche Traditionsbildung zwischen Fürstenhof, Kirche
und Reich. (Jenaer Beiträge zur Geschichte 4). Frankfurt am Main : Lang,
2001. 457 Seiten. ISBN 3-63!-37694-4. Von den beiden zentralen Großkapi­
teln betrifft das erste die ‘Gründungsgeschichte’, das zweite die ‘Historien’.
Im Anhang wird eine kritische Edition der Schrift De ortu principum Thu­
ringie’ geboten.
Cogor adversum te, instabilis munde, flébiles querelas (...) in communi
deponere : so beginnt eine anonym überlieferte Wechselrede zwischen dem
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
277
homo und dem mundus aus dem Umfeld Karls IV. Und deren Incipit ist zum
Obertitel einer umfangreichen Arbeit gemacht worden, welcher zum Ziel
gesetzt ist, die literarische und geistige Stellung dieses Kaisers in seiner Zeit
zu würdigen : Bernd-Ulrich H ergem öller . Cogor adversum te. Drei Studien
zum literarisch-theologischen Profil Karls IV. und seiner Kanzlei. (Studien zu
den Luxemburgern und ihrer Zeit 7). Warendorf : Fahlbusch, 1999. LVIII, 501
Seiten. ISBN 3-925522-18-2. Das Werk besteht aus drei an sich unverbunde­
nen, sich jedoch ergänzenden Untersuchungen. Die erste ist dem eingangs
erwähnten Text gewidmet, welcher hier erstmals kritisch ediert und ins Deut­
sche übersetzt wird. Er dürfte auf den kaiserlichen Hofkanzler Johann von
Neumarkt (um 1315-1380) und dessen Helfer zurückgehen. Ferner wird der
Frage nachgegangen, ob Johannes von Tepl (um 1350 - gegen 1415), der Ver­
fasser des deutschen Streitgesprächs ‘Der Ackermann aus Böhmen’, davon
beeinflußt gewesen sein könnte. Die zweite Studie gilt dem hexametrischen
Vorgebet (Walther, Initia 13320) und dem Proklamationsdiplom der ‘Golde­
nen Bulle’ nach deren böhmischem Exemplar. Auch von diesen Stücken wird
der lateinische Wortlaut und eine deutsche Übersetzung geboten. Das metri­
sche Bittgebet erweist sich als Vehikel des Herrscherpreises. An dem Diplom
interessiert vor allem die reiche, biblisch gespeiste Metaphorik, welche theo­
logischen Aussageinteressen dient. Die dritte Arbeit, die ganze zweite Hälfte
des Buches einnehmend, stellt einen Gesamtüberblick über die „karolinischen“ lateinischen Texte unterschiedlicher Authentizitätsebenen dar, d. h. die
von ihm selber verfaßten, (mit)gestalteten oder auch nur autorisierten Texte.
Im Einzelnen geht es um Karls bekannte Autobiographie, ferner um drei litur­
gische Offizien: um die Wenzeloffizien ‘Historia nova’ und ‘Translacio’
sowie um ‘Hystoria et officium de lancea Domini’ (Lanzenoffizium), sodann
um die sogenannten Moralitates — ein Textkonglomerat aus Weisheits­
sprüchen, Schrift- und Homilienzitaten sowie einem Mariengebet —, weiter
um zwei fürstenspiegelartige Briefe (inc. Letatus sum, von seinem Sohn
Wenzel) ; Solida generosi, von Karl IV. selber), um vier weitere Briefe
(worunter einer an Petrarca), um Proömien und um verschiedene andere
Texte. Im Anhang wird das Lanzenoffizium ediert, abschnittweise begleitet
von einer deutschen Übertragung.
Unter der Rubrik N a c h s c h l a g e w e r k e und H i l f s m i t t e l kann
zunächst vermerkt werden, daß der Thesaurus proverbiorum medii aevi
(zuletzt : ALMA 59, S. 284) inzwischen am Ende des Alphabetes angelangt
ist : Band 13 : Weinlese — zwölf. Mit Korrigenda und Addenda zu den Bänden
1-11. Berlin 2002.
Eine moderne kritische Ausgabe der Briefe des Petrus de Vinea steht noch
immer aus (vgl. ALMA 52, S. 292), doch ist eine wichtige Vorarbeit dazu
erschienen, welche ganz allgemein bei der Beschäftigung mit spätmittelalterli­
chen Briefen und Briefsammlungen gute Dienste leisten wird : Handschriften­
verzeichnis zur Briefsammlung des Petrus de Vinea. Bearbeitet von Hans
Martin S ch aller unter Mitarbeit von Bernhard V ogel . (Monumenta Germa-
278
PETER STOTZ
niae Histórica: Hilfsmittel 18). Hannover : Hahn, 2002. XLVI, 584 Seiten.
ISBN 3-7752-1125-X. Dieses Verzeichnis, mit der peinlich genauen Beschrei­
bung und detaillierten Inhaltsangabe von 246 Handschriften, umfaßt alle unter
dem Namen des Petrus de Vinea laufenden systematisch geordneten Brief­
sammlungen, sodann alle ungeordneten Sammlungen, welche Briefe von ihm
und ändern — vor allem : von Thomas von Capua — enthalten, endlich auch
sieben Handschriften, welche die ‘Flores dictaminum Petri de Vineis’ überlie­
fern. Die Beschreibungen sind nach Aufbewahrungsort und Bibliothekssigna­
tur geordnet. Jedes einzelne Stück in den beschriebenen Sammlungen, von
wem auch immer verfaßt, wird mit Incipit und Explicit, oft unter Beigabe einer
weiteren Referenz, erfaßt. Die einzelnen Artikel beginnen mit der äußeren
Beschreibung der Handschrift nebst Angaben zur Provenienz und der Nennung
ihres sonstigen Inhalts, dann folgt das Verzeichnis der darin enthaltenen
Briefe ; den Schluß bilden Literaturangaben. Der umfangreiche Registerteil
enthält Listen der genannten Schreiber, der Vorbesitzer (getrennt nach Biblio­
theken und Personen), der Namen von Autoren und Redaktoren anderer hier
aufgenommener Briefe bzw. Sammlungen ; den Schluß bildet das über 100 Sei­
ten umfassende allgemeine Initienverzeichnis (je mit Beigabe des Explicit).
Im Folgenden ist eine A u f s a t z s a m m l u n g eines einzelnen Forschers
anzuzeigen: Iso Müller (1901-1987), Mönch des Klosters Disentís in
Graubünden (Schweiz), ein namhafter und fruchtbarer Historiker mit großer
Kompetenz auch in philologischen und sprachwissenschaftlichen Dingen, hat
sich immer wieder intensiv mit hagiographischen Texten befaßt und solche
kritisch ediert. Vor kurzem sind nun einige seiner Studien im Nachdruck
erschienen : Iso M üller . Frühes Mittelalter in Graubünden und der Schweiz.
Ausgewählte Aufsätze, herausgegeben von Hans-Dietrich A ltend o rf , Jan
Andrea B ernh ar d , Ursus B r u n o l d . Disentís : Verlag Desertina, 2001. XI,
466 Seiten. ISBN 3-85637-269-5. In besonderem Maße mit einzelnen Texten
verbunden sind darin folgende Beiträge : Die karolingische Luciusvita (S. 4190). [Mit Edition.] — Zur karolingischen Hagiographie. Kritik der Luciusvita
(S. 91-114). — Die Florinusvita des 12. Jahrhunderts (S. 163-218). [Mit Edi­
tion.] — Die frühkarolingische Passio der Zürcher Heiligen (S. 303-358).
[Mit Edition.] — Die älteste Gallus-Vita (S. 359-399). [Mit Edition.] Dazu
kommen Aufsätze mehr historischer Ausrichtung zur rätisch-alemannischen
Kirchengeschichte des 8. Jh’s, zu Churrätien und dem Churer Bistum im
Frühmittelalter, zum Raum um den Gotthardpass im Früh- und Hochmittelal­
ter sowie zum hl. Gaudentius von Gasacela. Dem Band ist ein Register der
Personen- und Ortsnamen beigegeben.
Was s p r a c h w i s s e n s c h a f t l i c h e A r b e i t e n im engeren Sinne
angeht, so ist inzwischen der letzte Textband des Handbuches erschienen, das
vom Verfasser dieses Berichtes erarbeitet worden ist (zuletzt : ALMA 59,
S. 3 2 2 - 3 2 4 ) : Peter S totz . Handbuch zur lateinischen Sprache des Mittelalters.
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
279
Erster Band: Einleitung, lexikologische Praxis, Wörter und Sachen, Lehn­
wortgut. (Handbuch der Altertumswissenschaft II 5, 1). München : Beck,
2002. XXXI, 723 Seiten. ISBN 3-406-49355-6. An der Spitze steht, als Ein­
leitung zu dem Gesamtgebiet wie auch zu dieser Darstellung, ein entwick­
lungsgeschichtlicher Überblick, der die Voraussetzungen und näheren Bedin­
gungen beim Gebrauch des Lateinischen im Mittelalter klärt. Sodann wird der
wortkundliche Teil eröffnet, der sich in Band 2 fortsetzt. Den Anfang davon
bildet ein Abschnitt über die lexikologische Praxis. Darin werden zunächst die
verschiedenen Wörterbuch-Unternehmungen nach ihrer Eigenart und Zielset­
zung charakterisiert. Anschließend werden systematische Gesichtspunkte zur
lexikographischen Arbeit und zu deren Nutzung erörtert. Unter dem Titel
„Wörter und Sachen“ folgen Beiträge zur Kenntnis des spezifischen Wort­
schatzes von 24 ausgewählten Sachbereichen, dies jeweils in Form einer
Bibliographie raisonnee, woran sich in der Regel eine Reihe kurzgefaßter
Wortgeschichten anschließt. Darin werden Wörter und Wortfamilien behan­
delt, die in dem betreffenden Fachvokabular von Bedeutung und wegen der
Komplexität ihrer Anwendungen von besonderem Interesse sind. Der Band
schließt mit einer Darstellung der Wortentlehnungen aus dem Griechischen,
aus dem Hebräischen und Aramäischen, aus dem Arabischen und ändern ori­
entalischen Sprachen sowie aus den germanischen Sprachen — von besonde­
rem Interesse sind die griechischen und die germanischen Einflüsse. Dabei
wird jeweils eine allgemeine Einführung geboten und es werden die wichtig­
sten Hilfsmittel vorgestellt. Eingebaut ist auch hier je eine Reihe von Wort­
geschichten ; hinzu kommt nach Bedarf die Erörterung spezifischer histori­
scher und formaler Probleme. — Der Schlußband, mit Bibliographie,
Quellenübersicht und Register, soll binnen kurzem folgen.
An dieser Stelle darf vielleicht noch auf zwei kurze sprachwissenschaft­
liche A u f s ä t z e des Berichterstatters hingewiesen werden : Peter S totz.
Die Aussprache des Lateins im mittelalterlichen Europa — zum mündlichen
Gebrauch einer ‘toten’ Sprache. (Jahrbuch für Internationale Germanistik,
Jahrgang 31, Heft 2, S. 8-29). Darin geht es hauptsächlich um folgende
Gesichtspunkte : Abbildung oder Nichtabbildung von Aussprachegewohnhei­
ten in der Schreibung / Die Zeugnisse der Schmuck- und Gliederungsformen
in der Dichtung / Zum Beitrag der Orthographietraktate / Zu den Ausspra­
chetraktaten des Mittelalters / Das Projekt einer Aussprachereform in der
Renaissance / Das Scheitern der Aussprachereform und seine Gründe / Zwei
Beispiele konsolidierter Aussprachesysteme. — Peter S totz . Poesie auf dem
Exerzierfeld. Über einen sprachlichen Kommentar zu dem Hymnus Ut queant
laxis auf Johannes den Täufer. In : Italica — Raetica — Gallica, Studia linguarum litterarum artiumque in honorem Ricarda Liver, herausgegeben von
Peter W u n d e r l i , Iwar W e rlen und Matthias G rünert . Tübingen: Francke,
2001, S. 637-653. Es geht um den — stark grammatik- und lexikologielastigen — spätmittelalterlichen Kommentar in Uppsala, Univ.-Bibl. C 670 und
München, Staatsbibi. Clm 7784, zu dem genannten Hymnus. Behandelt
280
PETER STOTZ
werden fünfzehn kurze Textproben, die über Vorgehensweise, Sprachver­
ständnis und Zielsetzungen des Kommentators Aufschluß geben.
Im Folgenden sei auf einige thematisch ausgerichete S a m m e l w e r k e
eingegangen.
Zunächst sei der Aktenband einer Tagung über pseudoisidorische Texte
erwähnt : Fortschritt durch Fälschungen ? Ursprung, Gestalt und Wirkungen
der pseudoisidorischen Fälschungen. Beiträge zum gleichnamigen Sympo­
sium an der Universität Tübingen vom 27. und 28. Juli 2001. Herausgegeben
von Wilfried H artm ann und Gerhard S chm itz . (Monumenta Germaniae Histó­
rica: Studien und Texte 31). Hannover : Hahn, 2002. XII, 279 Seiten, Abb.
ISBN 3-7752-5731-4. Die Beiträge im Einzelnen: Klaus Z echiel -E c k e s . Auf
Pseudoisidors Spur — oder: Versuch, einen dichten Schleier zu lüften
(S. 1-28, 2 Abb.). — Gerhard S chm itz . Die allmähliche Verfertigung der
Gedanken beim Fälschen. Unausgegorenes und Widersprüchliches bei Benedictus Levita (S. 29-60, 2 Abb.). [Mit einem editorischen Anhang : Ben. Lev.
1, 35-36.] — Veronika L u k a s . Philologische Beobachtungen zur Rezeption
der Relatio episcoporum von 829 bei Benedictus Levita (S. 61-87). —
Herbert S chneider . Die Geburtsurkunde des Weihwassers (JK f24) und
andere Liturgica bei Pseudoisidor (S. 89-110). — Rudolf S chieffer . Die
Erfindung der Enzyklika (S. 111-124). — Detlev Ja sp e r . Erzwungener Eid,
Exceptio spolii, Raub von Kirchengut. Pseudoisidor in einigen ungedruckten
Briefen des 11. Jahrhunderts (S. 125-160). [Mit Edition der vier besproche­
nen Briefe im Anhang.] — Peter L a n d a u . Gratians unmittelbare Quellen für
seine Pseudoisidortexte (S. 161-189). [Mit detaillierten Nachweisen als
Appendix.] — Martina H a r t m a n n . Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche
Kritik an den pseudoisidorischen Dekretalen. Nikolaus von Kues und Hein­
rich Kalteisen als „Wahrheitszeugen“ bei Matthias Flacius Illyricus und den
Magdeburger Centuriatoren (S. 191-210). — Wilfried H a r t m a n n . Schwierig­
keiten beim Edieren. Gelungene und gescheiterte Editionen von großen Kir­
chenrechtssammlungen (S. 211-226). — Horst F u h r m a n n . Stand, Aufgaben
und Perspektiven der Pseudoisidorforschung (S. 227-262). — Der Band ist
durch Indices in vorbildlicher Weise erschlossen.
Die Erforschung der Enzyklopädien im Mittelalter und in der Frühen Neu­
zeit hat derzeit hohe Konjunktur. Ihr dient unter anderm ein an der Universität
Münster laufendes Großprojekt (zuletzt : ALMA 59, S. 281). Im Zusammen­
hang damit steht der folgende Aktenband einer Tagung, die schon vor gerau­
mer Zeit stattgefunden hat : Die Enzyklopädie im Wandel vom Hochmittelal­
ter bis zur frühen Neuzeit. Herausgegeben von Christel M eier . Akten des
Kolloquiums des Projekts D im Sonderforschungsbereich 231 (29.11.-1.12.
1996). Redaktion : Stefan S chuler und Marcus H e c k en k a m p . (Münstersche
Mittelalter-Schriften 78). München : Fink, 2002. 589 Seiten, Abb. ISBN 37705-3426-3. Der stattliche Band enthält die folgenden Beiträge: Christel
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
281
Einführung (S. 11-24). — Wolfgang H ü b n e r . Der descensus als ord­
nendes Prinzip in der ‘Naturalis historia’ des Plinius (S. 25-41, Abb. 1). —
Hans Hinrich B iesterfeldt . Arabisch-islamische Enzyklopädien : Formen und
Funktionen (S. 43-83). — Isabelle D ra el an t s . Introduction à l’étude d’Arnoldus Saxo et aux sources du ‘De floribus rerum naturalium’ (S. 85-121). —
Dmitri A b r a m o w . Die moralisierende Enzyklopädie ‘Liber de naturis rerum’
von Pseudo-John Folsham (S. 123-154). — Christian H ün em ö r d e r . Ist der
Text von Thomas III mehr als eine bloße Kombination aus mehreren natur­
kundlichen Enzyklopädien? (S. 155-168). [„Thomas III“ist Notname für den
anonymen Urheber der Fassung lila der Enzyklopädie des Thomas von Cantimpré.] — Benedikt Konrad V o l l m a n n . Enzyklopädie im Wandel : Thomas
von Cantimpré, De natura rerum’ (S. 169-180). [Im Anhang eine Übersicht
über die verschiedenen ‘Thomas III’-Redaktionen.] — Georg S t eer . Das
‘Buch von den natürlichen Dingen’ Konrads von Megenberg — ein ‘Buch der
Natur’ ? (S. 181-188). — Michael R oth m a nn . Totius orbis descriptio. Die
‘Otia imperialia’ des Gervasius von Tilbury : eine höfische Enzyklopädie und
die scientia naturalis (S. 189-224). — Bernhard Pa b st . Die Vers-Enzyklopä­
die Gregors von Montesacro. Ein Werk aus dem Apulien Friedrichs II. im
Spannungsfeld von lateinisch-monastischer Tradition, neuer Naturphilosophie
und neuen Wissensquellen griechisch-arabischer Provenienz (S. 225-244). —
Monique P au lm ier -F o u c art . Le plan et l’évolution du ‘Speculum maius’ de
Vincent de Beauvais : de la version bifaria à la version trifaria (S. 245-267).
[Mit Editionsbeilagen.] — Monique P aulm ier -F oucart / Stefan S chuler .
Qualiter investigandi sunt salubres fontes. La réception du discours hydrolo­
gique de Vitruve au Moyen Age : le cas du ‘Speculum naturale’ de Vincent de
Beauvais (S. 269-278). — Baudouin van d en A b eele . Moralisierte Enzyklo­
pädien in der Nachfolge von Bartholomäus Anglicus : das ‘Multifarium’ in
Wolfenbüttel und der ‘Liber de exemplis et similitudinibus rerum’ des Johan­
nes de Sancto Geminiano (S. 279-304, Abb. 2f.). [Mit Editionsbeilagen und
einer Handschriftenliste für das Werk des Johannes de Sancto Geminiano,
zusammengestellt vom Vf. und Iolanda V e n t u r a .] — Lucy Freeman S a n dle r .
The role of illustrations in James le Palmer’s ‘Omne bonum’ (S. 305-315,
Abb. 4-24). — Michael W. T w o m e y . Western medieval encyclopedias in Eng­
land before 1500 : a preliminary list (S. 317-342). [Nach Autoren bzw. ano­
nymen Texten / besitzenden Institutionen / Hss., die sich keiner Institution
zuordnen lassen / erhaltene Hss., vor 1500 in England / Bibliographie.] —
Gundolf K e il . Standardwerke mittelalterlicher Drogenkunde und ihre Reprä­
sentation in der Enzyklopädik (S. 343-389). — Udo F riedrich . Grenzen des
Ordo im enzyklopädischen Schrifttum des 16. Jahrhunderts (S. 391-408, Abb.
25-28). — Wilhelm S chm idt - B ig g e m a n n . Guillaume Posteis christologische
Enzyklopädie (S. 409-419). — Helmut Z edelm aier . Von den Wundermännern
des Gedächtnisses. Begriffsgeschichtliche Anmerkungen zu ‘Polyhistor’ und
‘Polyhistorie’ (S. 421-450). — Ulrich E r n st . Standardisiertes Wissen über
Schrift und Lektüre, Buch und Druck. Am Beispiel des enzyklopädischen
M e ier .
282
PETER STOTZ
Schrifttums vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit (S. 451-494, Abb. 29-35). —
Heinz M eyer . Schlußteile, Appendices und Exkurse als Indikatoren für den
Wandel der Naturenzyklopädie des 13. Jahrhunderts (S. 495-510). — Christel
M eier . Enzyklopädischer Ordo und sozialer Gebrauchsraum. Modelle der
Funktionalität einer universalen Literaturform (S. 511-532, Abb. 36-38b).
Abgrenzung gegen andere, ihre Verstoßung, ja Vertreibung : das sind
Erscheinungen, deren heute jeder gewahr wird, sobald er eine Zeitung auf­
schlägt. Wie derartige Wahmehmungn und Verhaltensweisen im Mittelalter
und in der Frühen Neuzeit sich in Texten geäußert haben, dies war Gegen­
stand einer Tagung, die 1999 vom Seminar für Lateinische Philologie des
Mittelalters der Universität Freiburg veranstaltet wurde, und zwar im Rahmen
des an dieser Universität angesiedelten Sonderforschungsbereiches 541 :
„Identitäten und Alteritäten : Die Funktion von Alterität für die Konstitution
und Konstruktion von Identität“. Inzwischen sind die Akten dieser Tagung im
Druck erschienen : Exil, Fremdheit und Ausgrenzung in Mittelalter und früher
Neuzeit. Herausgegeben von Andreas Bihrer , Sven L im beck und Paul Ger­
hard S chm idt . (Identitäten und Alteritäten 4). Würzburg : Ergon Verlag, 2000.
320 Seiten. ISBN 3-933563-77-1. Davon seien diejenigen Beiträge herausge­
griffen, in denen in konkreterer Weise bestimmte lateinische Texte behandelt
werden : Sascha F al k . Häresie im 11. Jahrhundert. Rodulfus Glabers Leutardus insaniens hereticus (S. 35-43). — Bernd-Ulrich H ergem öller . Der Nach­
bar als Fremder. Die Ausgrenzung von Inzest und gradnaher Endogamie in
Texten der spätmittelalterlichen Inquisition (S. 45-60). [Betrifft das Schreiben
Vox in Rama Gregors IX. von 1233, die Inquisitionsprotokolle von Montaillou
u. a. m.] — Kerstin L osert . Weibliches ‘Cross-Dressing’ in mittelalterlicher
Hagiographie. Zur Legende der heiligen Euphrosyna von Alexandrien (S. 7589). [Im Mittelpunkt steht die (hochmittelalterliche ?) lateinische Fassung bei
Migne, PL 73, Sp. 643-652.] — Sven L im b e c k . Sacrista — hypocrita — sodo­
mita. Komödiantische Konstruktion sexueller Identität in Mercurino Ranzos
De falso hypocrita (S. 91-112). [Der Verfasser dieser (noch unedierten)
Komödie stammt aus Vercelli, wirkte als Richter, Kanzler u. ä. in Savoyen
und Piemont ; er starb wohl 1469.] — Thomas E h l e n . Bilder des Exils — das
Exil als Bild. Ästhetik und Bewältigung in lyrischen Texten (S. 151-232).
[Enthält u. a. eine Diskussion des Begriffs exilium in Antike und Mittelalter ;
des Weiteren geht es um Briefgedichte Theodulfs und Modoins, um das Epi­
taph Ulgers von Angers (inc. Hic iacet Ulgerus), Godescalcs Gedicht Ut quid
iubes, pusiole, eine Passage in S id o n . carm. 12 sowie die Elegia 13 von
Angelo Poliziano, die hier kritisch ediert wird.] — Paul Gerhard S c h m id t . Der
Held im Exil: Ruodlieb und Hereward (S. 233-245). [Betrifft neben dem
wohlbekannten Ritterroman die ‘Gesta Herewardi’ aus dem hochmittelalterli­
chen England (Edition in Vorbereitung).] — Thomas H a y e . Alte und neue
Heimat. Die Exilliteratur des Osbert von Clare (S. 247-257). [Auf Grund
einer Sammlung von 43 Briefen des Genannten aus dem Zeitraum von 1123
bis 1154.] — Christian H e it z m a n n . Non tarn Florentia nobis quam nos Flo-
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
283
rentiae desyderio futuri sumus. Exil und Verbannung aus der Sicht italieni­
scher Humanisten (S. 259-274). [Betrifft u. a. die ‘Commentationes florentinae de exilio’ des Francesco Filelfo, ein (natürlich fiktiver) Dialog unter
Humanisten, angesetzt auf das Jahr 1434.] — Johannes G rave . Humanisten in
der Defensive? Zu einer ungewöhnlichen Weihnachtspredigt im Valium
humanitatis des Hermann Buschius (S. 277-299). [Es geht um eine Schrift
v. J. 1518.]
Nunmehr ist eine umfangreiche F e s t s c h r i f t für einen deutschen Mit­
tellateiner zu erwähnen, der Entscheidendes zur Erforschung früh- und hoch­
mittelalterlicher biographischer Texte geleistet hat (siehe zuletzt ALMA 59, S.
281), und so ist sie denn auch ganz dieser Sphäre gewidmet, die im Einzel­
nen ja recht unterschiedliche Textgattungen in sich vereinigt: Scripturus
vitam. Lateinische Biographie von der Antike bis in die Gegenwart. Festgabe
für Walter Berschin zum 65. Geburtstag. Herausgegeben von Dorothea W al z .
Heidelberg : Mattes, 2002. XVII, 1287 Seiten, Abb. ISBN 3-930978-15-6. Mit
rund hundert Beiträgen hat dieses Sammelwerk einen Umfang angenommen,
bei dem sich an dieser Stelle schon die bloße Nennung der einzelnen Beiträge
verbietet. Das Ganze ist in drei Teile gegliedert : der eine Hauptteil (II) gilt
einzelnen Personen und Gestalten, die biographisch gewürdigt werden, der
andere (III) einzelnen Biographen und Biographien. Voran steht ein Vorspann
von immerhin gut 100 Seiten (I), in dem es um Methoden, Formen und Ent­
wicklungen biographischer Schriftstellerei geht. Unter II stehen Herrscher zur
Rede — etwa Alexander und Karl der Große, auch zwei Königinnen, sodann
Heilige — so Martin von Tours, Thomas Becket oder Franz von Assisi —,
auch Schriftsteller — etwa Hieronymus, Boethius, Hrabanus Maurus oder
Albertus Magnus —, dazu weitere bekannte oder auch gänzlich unbekannte
Personen, etwa Figuren aus Ekkeharts IV. St. Galler Klostergeschichte. Unter
III kommt auf höchst anregende Weise recht Verschiedenartiges zusammen :
Arbeiten etwa über die Geburt der poetischen Autobiographie bei Ovid, über
Vorläuferformen der Ars moriendi in Iotsalds ‘Vita Odilonis’, über den auto­
biographischen Bericht im Matthäuskommentar Ruperts von Deutz, über
Autobiographisches in italienischen Testamenten aus dem Spätmittelalter,
auch Beiträge zu Texten aus der Neuzeit, bis hin zu dem scherzhaften Lebens­
lauf des heiligen Wonnebald Pück von Ricarda Huch.
Im Folgenden werden einige Beiträge von textphilologischem oder sprach­
wissenschaftlichem Gehalt im engem Sinne herausgegriffen, dazu solche, die
Texteditionen bieten; berücksichtigt sind allein lateinische Texte : Peter
S totz . Alexander puer magnus. Zu dem frühmittelalterlichen AlexanderRhythmus (Strecker Nr. 63) (S. 139-149). — Wolfgang K ir sc h . Eine hallische
Epitome der Epistola Alexandri ad Aristotelem und des Berichts über Alex­
anders letzte Tage (S. 159-173 [mit Editionspartie]). — Matthias M. T ischler .
Die Miracula S. Nazarii Laureshamensia und andere Nazarius-Texte aus dem
Kloster Lorsch (S. 207-230 [mit Editionspartie]). — Martin H e l l m a n n . Die
284
PETER STOTZ
Auszeichnung der Textstruktur in einer biographischen Sammeledition der
Karolingerzeit am Beispiel des ‘Weißenburger Martinellus’ (S. 243-262). —
Theodor K lüppel . Vita metrica abbatis Wilhelmi. Oder : Warum wird eine Vita
neu geschrieben ? (S. 475-485 [mit Editionspartie]). — Uta-Renate B l u m e n ­
t h al . Hugh of Die and Lyons, primate and papal legate (S. 487-495 [mit Edi­
tionspartie]). — Agostino S ottili. Henricus Scrofinius avus tuus. U incipit
della Biografia petrarchesca di Rudolf Agricola (S. 597-615 [mit Editionspar­
tie]). — Juan G il . Un español ante la inquisición romana : Francisco Mudarra
(S. 617-625 [mit Editionspartie]). — Rudolf R ie k s . Die Autobiographie des
Trimalchio (S. 637-650). — José Luis V id a l . Intención de autor y estilo de la
época en la composición de la vita Vergila di Focas (S. 663-672). — Franz
S t a a b . Die Chlodwig-Dichtung des Remigius von Reims (S. 681-698 [mit
Editionspartie]). — Joseph R e isdo erfer . Incipit Vita sancte Eufrosine qui[ !]
interpretatur in latino castissima. Prolégomènes à une édition critique de la
Vita Sanctae Euphrosynae (S. 711-722 [mit Editionspartie]). — Johannes
S t aub . Die Corveyer Überlieferung der Adalhardvita des Paschasius Radbertus. Mit Edition ihrer metrischen und rhythmischen Textzusätze (S. 747-754).
— Gereon B echt-J ö r d e n s . Recentiores, non deteriores. Zur Überlieferungs­
geschichte und Textkritik der Vita S. Wiboradae Ekkeharts I. von St. Gallen
(S. 807-816). — Elena G allego M oya . La Vita Salvi abbatis Albaildensis (S.
817-826 [mit Editionspartie]). — Edoardo D ’A n g e l o . Inventio corporis et
miracula sancii Secundini Troiani episcopi (S. 841-854 [mit Editionspartie]).
— Heinz Erich S tiene . Zum Prolog der metrischen Ansgar-Vita des Waldo
von Corbie (S. 875-885). — François D o l b e a u . Une œuvre de jeunesse de
Jean de Gaète : la Passio sancte Anatolie (BHL 417) (S. 887-902 [mit Editi­
onspartie]). — Mechthild P örn bac h er . Eine Offiziendichtung zu Ehren des hl.
Mammes, Patron von Langres, in einer Handschrift aus Saint-Martial in
Limoges (Paris, Bibliothèque Nationale, lat. 5351) (S. 903-913 [mit Editions­
partie]). — Corinna B ottiglieri. Oceano contigua regio Aquitanica. Una
variazione ritmica sulla vita di s. Amando di Maastricht (S. 915-931 [mit Edi­
tionspartie]). — Paul Gerhard S c h m id t . Milch und Esel. Demutsgesten in der
Vita des Dominikaners Elger, Graf von Hohenstein (S. 1025-1029 [mit Editi­
onspartie]). — Heinz H o f m a n n . Das autobiographische Widmungsgedicht zur
Metrologia Priscianica des Antonio Baratella (S. 1031-1047 [mit Editions­
partie]). — Armin S chlechter . Der Kathalogus brevis ecclesiasticorum
scriptorum in Karlsruhe, Cod. Schwarzach 4 und Johannes Trithemius (S.
1057-1075). — Lore P o elchau . Christian Schesaeus’ Vita Leonhardi Stöckel
(S. 1109-1115). — Vincenza Z a n g a r a . Un inedito vallicelliano di epoca con­
troriformistica su S. Eusebio di Vercelli (S. 1135-1150).
Ein kurzer Blick sei ferner auf die Festschrift geworfen, mit welcher der
verdiente Heidelberger klassische Philologie Hans Armin Gärtner geehrt
worden ist: Andreas H altenhoff / Fritz-Heiner M u tsc h l er , Herausgeber.
Hortus litterarum antiquarum. Festschrift für Hans Armin Gärtner zum
70. Geburtstag. (Bibliothek der klassischen Altertumswissenschaften, Neue
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
285
Folge, 2. Reihe 109). Heidelberg : Winter, 2000. XII, 560 Seiten, Abb. ISBN
3-8253-1057-4. Der größere Teil der Beiträge beschlägt die griechische und
römische Antike. Aus ihrer Mitte seien an dieser Stelle zwei genannt, in denen
es um Reflexion über je einen Aspekt der lateinischen Sprache als solcher
geht: Thorsten F ö g e n , Patrii sermonis egestas und dichterisches Selbstbe­
wußtsein bei Lukrez (S. 125-141) und Sabine G rebe , Kriterien für die Latinitas bei Varrò und Quintilian (S. 191-210). Rezeptionsgeschichtliche Interes­
sen sind leitend in dem Aufsatz von Michael von A lbrecht , Augenblicke der
Gegenwart Senecas in der christlichen Tradition (S. 31-50). Mit einem sich im
lateinischen Medium abspielenden bibelgeschichtlichen Problem befaßt sich
Christian M ac h o lz , Die verlorene und wiedergewonnene Heilige Schrift. Eine
Untersuchung zu 4 Esra 14 (S. 333-350). — Die folgenden Studien betreffen
Autoren der christliche Spätantike : Kathrin Susan A hlschw eig , Tolle lege —
Augustins Bekehrungserlebnis (conf. 8, 12, 29) (S. 19-30), Klaus T hraede ,
Zum Beginn der Täuferperikope beim Bibeldichter Juvencus (S. 537-546),
und Katherina G l a u , Allegorie als Reflex der Origenischen Hermeneutik in
der Psychomachia des Prudentius (S. 161-175). Angeschlossen seien die
Arbeiten von Glenn W. M o st , Die Erziehung des Lesers am Anfang von
Boethius’ Consolatio philosophiae (S. 351-367) und von Sigrid M ratschek ,
Codices vestri nos sumus, Bücherkult und Bücherpreise in der christlichen
Spätantike (S. 369-380). Um lateinische Texte des Hochmittelalters geht es in
dem Beitrag von Michele Camillo F errari, Zwei mittelalterliche Schul­
meister, Horaz und das Schicksal des Bildungssystems : Gozechins von Mainz
Epistola ad Walcherum und Meinhard von Bamberg (S. 107-123). Eine latei­
nische Rede von 1767 über ein exotisches Thema wird behandelt von Bern­
hard K ytzler , Gysbert Hemmys Hamburger Oratio vom Kap der Guten Hoff­
nung (S. 323-332). — Dem Band ist am Schluß das Schriftenverzeichnis des
Geehrten beigegeben.
Ausdrücklich nicht als Festschrift gedacht ist ein Band, der dem Berliner
Historiker Eckhard Müller-Mertens gewidmet ist, welcher jahrzehntelang als
Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an der Humboldt-Universität zu
Berlin wirkte und der in schwierigen Zeiten die Berliner Niederlassung der
Monumenta Germaniae Histórica über Wasser gehalten hat: Turbata per
aequora mundi. Dankesgabe an Eckhard Müller-Mertens. Unter Mitarbeit von
Mathias L awo herausgegeben von Olaf B. R a d e r . (Monumenta Germaniae
Histórica: Studien und Texte 29). Hannover : Hahn, 2001. XV, 312 Seiten,
Abb. ISBN 3-7752-5729-2. Seinem Inhalt nach gliedert sich der Band in
„Erinnerungen“, somit forschungsgeschichtliche Streiflichter persönlicher
Art, sodann „Studien“ — auf einige von ihnen wird gleich zurückzukommen
sein — und schließlich „Brücken“ : Essays zu Fragen übergreifenden Charak­
ters, über Themen wie „die mittelalterliche Königsurkunde als Metaphemmaschine“ oder „die numinose Kraft von Heiligenreliquien in gesellschaftlichen
Umbruchprozessen“. Unter den Studien finden sich manche, die Problemen
aus dem Bereich der Historischen Grundwissenschaften, besonders der Diplo-
286
PETER STOTZ
matik, gelten, andere sind historischen Spezialfragen, etwa dem Geburtsjahr
Kaiser Heinrichs V., gewidmet. Herausgegriffen seien hier : Mathias L a w o .
Der codex unicus der Annalen Flodoards und ihre postume Überarbeitung
(S. 81-87). — Christian L ohm er . Semper firma emineat charitas. Krieg und
Frieden im Apologeticum Anselms von Havelberg (S. 99-108). — Dirk A lver m a n n . Der Stettiner Liber Sancii Jacobi. Politische Historiographie und Tra­
ditionskritik im Stettiner Erbfolgestreit (1464-1472) (S. 131-149) und: D’ A’
und Mathias L aw o . Edition aus dem Stettiner Liber Sancii Jacobi (Auszug)
(S. 151-165).
Unseren Blick auf die Z e i t s c h r i f t e n eröffnen wir mit Band 37, Teil­
band 1 (2002) des ‘M i t t e l l a t e i n i s c h e n J a h r b u c h e s ’ , welcher
Jürgen Stohlmann, dem langjährigen geschäftsführenden Herausgeber der
Zeitschrift, zum 65. Geburtstag zugeeignet ist. Darin finden sich folgende
Aufsätze : Peter S totz . Pegasus mit Fuß-Fesseln. Von der Behinderung des
Dichtens durch das Versmaß am Beispiel der Eigennamen in der lateinischen
Dichtung des Mittelalters (S. 1-32). [Es geht um den Umgang mit prosodisch
sich nicht in das jeweilige Versmaß fügenden Wort-, vor allem Namensfor­
men.] — Klaus K rönert . Rezeption klassischer Dichtung in der Weltchronik
Ottos von Freising (S. 33-73). — Andreas H eil . Dantes „Thessalien“ : Pharsalus oder Philippi? Eine Bemerkung zu Dante Alighieri, Epist. 5, 7-10
(S. 75-81). — Romy G ün th ar t . Bücher für den Unterricht. Thomas Platters
Lehrplan für die Basler Münsterschule und der frühe Buchdruck (S. 83-101).
Aus Band 57, 2001, des ‘D e u t s c h e n A r c h i v s f ür E r f o r s c h u n g
des M i t t e l a l t e r s ’ seien folgende Beiträge erwähnt : Hartmut H o f f m a n n .
Autographa des früheren Mittelalters (S. 1-62). [Betrifft Texte von Victor von
Capua, Willibrord, Bonifatius, Paulus Diaconus, Alkuin, Hrabanus Maurus,
Bruun-Candidus, Walahfrid Strabo, Johannes Scottus, Hinkmar von SaintRemi, Notker Balbulus, Liudprand von Cremona und Richer von Reims.] —
Rudolf P okorny . Das Chronicon Wirziburgense, seine neuaufgefundene Vor­
lage und die Textstufen der Reichenauer Chronistik des 11. Jahrhunderts, I II
(S. 63-93. 451-499). [II mit Editionsanhang.] — Jürgen H o f fm a n n . VitaAdalberti Aquensis (S. 157-163). [Die Aachener Adalberts vita ist in Karwasinskas
Edition der ‘Redactio imperialis vel ottomana’ zuzurechnen.] — Günter
H äg e le . Honorius Augustodunensis, Johannes Molitoris und Sigismund Lang.
Ein Nachtrag zu Hartmut Hoffmann, Handschriftenfunde X : Honorius Augu­
stodunensis und Johannes Eck (S. 171-177). [Zu dem erwähnten Werk:
ALMA 55, S. 310.] — Heinrich W a g n e r . Die Privilegierung des Klosters
Murrhardt durch Ludwig den Frommen (S. 421-450). [Mit Edition der
gefälschten ‘Gründungsurkunde’ angeblich v. J. 817 und der sog. Murrhardter
Summarien.] — Hartmut H o f fm a n n . Ein Stück religiöser Frauenliteratur aus
dem 12. Jahrhundert (S. 501-514). [Über einen fragmentarischen Text in
Altenburg, Staatsarchiv, Sammlung Z Nr. 829, mit Edition.] — Karl U bl und
Alexander S auter . Johann von Viktring als Autor des Speculum militare
CHRONIQUES ET COMPTES RENDUS
287
(S. 515-553). [Mit Edition des metrischen Prologs dieser Schrift sowie ein­
zelner Passagen daraus in Gegenüberstellung mit der ‘Cronica Romanorum’.]
— Amo M entzel -R e u t e r s . Literaturbericht Handschriftenkataloge (S. 555601). [Fortsetzung des in ALMA 57, S. 340, erwähnten Berichtes.] — Der
Band enthält ferner (S. 419f.) einen Nachruf auf Reinhard Elze (1922-2000)
aus der Feder von Bernhard S chim m elpfennig .
In 28/1 (2001) der Zeitschrift ‘F r a n c i a ’ finden sich u. a. folgende
Arbeiten : Philip W y n n . Wars and warriors in Gregory of Tours’ Histories IIV (S. 1-35). — Klaus Z echiel -E c k e s . Ein Blick in Pseudoisidors Werkstatt.
Studien zum Entstehungsprozeß der falschen Dekretalen. Mit einem exem­
plarischen editorischen Anhang (Pseudo-Julius an die orientalischen Bischöfe,
JK 1 196) (S. 37-90, 9 Abb.). — Laurent M orelle . Le concile de Reims de
1049 et le statut de Vabbaye de Montier-en-Der. Avec l’édition du faux pré­
cepte de Louis le Pieux en faveur de l’Église de Reims (BM2 835) (S. 91113). — Daniel S o n z o g n i . Tosonis ualle et la cella sancii Dionysii. Deux fon­
dations monastiques de l’abbaye de Saint-Denis au haut Moyen Âge
(S. 193-211).
Band 111 (2000) der ‘S t u d i e n und M i t t e i l u n g e n zur Geschichte
des B e n e d i k t i n e r o r d e n s und seiner Zweige’ enthält mehrere Beiträge
zur Geschichte des heiligen Meinrad von Einsiedeln (f861), darunter : Gregor
J ä g g i . Zur ersten Lebensbeschreibung des hl. Meinrad (S. 39-63). — Odo
L a n g . Die Meinradsliturgie. Eine liturgiegeschichtliche Studie (S. 65-96).
Universität Zürich
Peter
S totz
Fly UP